
Anaerobe Schwelle(K. Wasserman et al. 1964, 1986; Beaver et al. 1985)
DefinitionK. Wasserman prägte Mitte des letzten Jahrhunderts den Begriff "Anaerobe Schwelle". Zu jener Zeit erfolgte die Bestimmung per Atemgasanalyse. Der wesentliche Vorteil der Methode war, dass die Probanden (z.B. schwer kranke Patienten) für eine Leistungsmessung nicht mehr maximal körperlich ausbelastet werden mussten. Laktat zur Bestimmung der "Anaeroben Schwelle"Die physiologische Begründung für die Verwendung von Laktat zur Bestimmung der "Anaerobic Threshold" nach Wasserman liegt in der Tatsache, dass sich dieser Moment direkt aus dem Anstieg der Laktatkonzentration bei körperlicher Belastung herleiten lässt: Kohlendioxid und Laktat
![]() Sportwissenschaftliche Trainingssteuerung mit LaktatErst zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Einsatz der Laktatmessung auf die sportwissenschaftliche Trainingssteuerung erweitert. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die Kölner Arbeitsgruppe um Alois Mader, Wildor Hollmann und Hermann Heck geprägt. Durch neue Methoden zur Messung der Blutlaktatkonzentration wurde die metabolische Trainingssteuerung deutlich vereinfacht. Aus dieser Zeit stammt allerdings auch eine gewisse Verwirrung was den Begriff "Anaerobe Schwelle" angeht: das Konzept nach Wasserman benennt durchaus nicht denselben Referenzpunkt wie spätere Messgrößen, die sich an der Laktatkonzentration bei höheren Belastungsintensitäten orientieren. Fix oder individuell?Zudem erwies sich die Verwendung einer vorbestimmten, "fixen" Laktatkonzentration (z.B. einer Leistung bei vorgegebenen 4 mmol/l Laktatkonzentration) als Ankerpunkt für Trainingsempfehlungen als weniger verlässlich - vor allem, weil bereits die Laktatkonzentration in körperlicher Ruhe einer sehr starken Streuung unterliegt. In der Konsequenz wurden Konzepte für so genannte "Individuelle Anaerobe Schwellen (IAS)" entwickelt. Insbesondere Arbeiten aus den Arbeitskreisen von Wilfried Kindermann oder Joseph Keul waren hierfür meinungsbildend.Inzwischen wird die IAS aus Messung der Laktatkonzentration mehrheitlich als Ankerpunkt für Empfehlungen im Ausdauertraining verwendet und ist international gut etabliert. Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien bezieht sich auf diese Größe. Wesentlicher Fakt ist hierbei, dass sich mit der "IAS" die sportpraktische Leistungsfähigkeit gut diagnostizieren lässt. Zurückblickend lässt sich sagen, dass zwar die Bezeichnung "Schwelle" unglücklich ist, als Referenzpunkt für die Leistungsdiagnostik hat diese Größe aber durchaus weiterhin ihre Berechtigung. Was leistet die Ergonizer?Zur Berechnung der "IAS" muss die ansteigende Blutlaktatkonzentration im Belastungstest in Form einer so genannten "Laktatleistungskurve" dargestellt werden. Die manuelle Erstellung und optische Auswertung der Grafik wäre dabei nicht nur mühsam, sondern vor allem auch fehleranfällig. Verschiedene Untersucher setzen naturgemäß unterschiedliche subjektive Kriterien für die Interpolation und Auswertung des Kurvenverlaufes an. Die grafische Form dieser Kurve muss zudem gegen eventuelle Messwertschwankungen robust sein, den tatsächlichen Anstieg der Laktatkonzentration jedoch möglichst exakt wiedergeben. Ein Kernaspekt unserer Software liegt daher in der grafisch-mathematischen Interpolation von Laktatkurven bei Belastung.
Unsere Software optimiert Laktatkurven in einem parametrisierten Splineverfahren, welches auf der Grundlage vieler Tausend Vergleichsuntersuchungen optimiert wurde.Wir setzen zudem ein Konzept zur Berechnung der "IAS" aus dem Anstieg der Laktatkonzentration ein, welches die bereits in Ruhe variable Laktatkonzentration berücksichtigt. In Ergonizer sind zudem Rechenverfahren implementiert, welche eine sehr zuverlässige Ermittlung der Wasserman-Schwelle (LT) ermöglichen. Die implementierte MethodeBestimmung der "IAS"
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@ergonizer folgen PerzentileDie Perzentilberechnung ist eine der herrausragenden Spezialfunktionen unserer Software. So haben wir Gauss'sche Verteilungskurven für eine Vielzahl von Vergleichsgruppen mathematisch in unsere Software integriert. |